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Im Gespräch mit Michael Wörle

Unsichtbares sichtbar machen.

„Kunst macht Unsichtbares sichtbar“ – Was bedeutet dieser Satz für Dich?

Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als Bildender Künstler erfahren, dass „Unsichtbares sichtbar zu machen“ zu meiner Lebensaufgabe gehört. Deshalb suche ich nach einem sinnlich erfahrbaren, bildnerischen Ausdruck für das, was mich innerlich bewegt. Ich materialisiere, was das „Ohr des Herzens“ erlauscht.

Wie kann Kunst das Unsichtbare sichtbar machen?

Nach meinem Erleben funktioniert das hauptsächlich über symbolhafte Bilder, Metaphern, die über das Offensichtliche hinausreichen und naturgemäß ein Geheimnis unter der Ästhetik verbergen. Es entstehen viele Schichten, die verschiedenste Interpretation zulassen.

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Foto: Marcia Maric

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Auf Deiner Homepage schreibst Du, die verletzliche Vitalität des Menschen sei das zentrale Thema Deiner Kunst. Wieso?

Die „verletzliche Vitalität“ ist immer noch im Fokus meiner Figuren-Kompositionen. Ich überbrücke den scheinbaren Gegensatz von Lebenskraft und Verletzlichkeit. Durch die malerische Auseinandersetzung, versuche ich diesen aufzulösen.

Foto: Marcia Maric

Deine Bilder verbinden oft realistische Themen mit Irrealem. Was ist der Grund dafür?

Es liegt daran, dass ich mich viel in archetypischen Gedankenkmustern bewege, die eine Verbindung zwischen Rationalem und Mystik schaffen. Ein konkretes Beispiel: nach dem Erwachen, wenn Traumbilder präsent sind, ordnet mein Verstand diese ein und macht sie für meine Werke nutzbar.

Das Interview führte Bene Böge, Altettaler, 2016 

Foto: Marcia Maric

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Indem ich Figuren darstelle, die sowohl kraftvoll als auch sensibel erscheinen. Auf diese Weise ist es mir möglich, den Schmerz als Lehrer bewusst greifbar zu machen.

Wie äußert sich dieses Thema in Deinen Werken?